Zweck des Härtens und der Wärmebehandlung von Messerstahl

Härten ist ein Verfahren zum Härten des Messerstahls. Indem der Messerstahl zunächst auf 1050 bis 1090 °C (1922 bis 1994 °F) und anschließend schnell abgekühlt (abgeschreckt) wird, wird der Messerstahl viel härter, aber auch spröder.

Um die Sprödigkeit zu reduzieren, wird der Werkstoff wärmebehandelt, in der Regel durch 2-stündiges Erwärmen auf 175-350 °C (347-662 °F), was zu einer Härte von 53-63 HRC und einer guten Ausgewogenheit zwischen Schärfeeinhaltung, Schleifbarkeit und Zähigkeit führt.

Die Wärmebehandlung muss innerhalb einer angemessenen Zeit nach dem Härten durchgeführt werden, vorzugsweise innerhalb einer Stunde. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Klinge vor Beginn der Wärmebehandlung auf Raumtemperatur abgekühlt wird. Die Umwandlung in Martensit wird sonst unterbrochen und die Härtergebnisse können beeinträchtigt werden.

Eine höhere Wärmebehandlungstemperatur ergibt einen geringfügig weicheren Werkstoff mit höherer Zähigkeit, während eine niedrigere Wärmebehandlungstemperatur einen härteren und etwas spröderen Werkstoff ergibt, wie die folgende Abbildung zeigt.

Ein Campingmesser oder Allzweckmesser kann beispielsweise bei 350 °C (662 °F) wärmebehandelt werden, um einer rauen Handhabung ohne Bruch standzuhalten. Wenn andererseits erwartet wird, dass das Messer eine scharfe Kante behält, kann es stattdessen bei 175 °C (347 °F) für maximale Härte wärmebehandelt werden.

Wärmebehandlungstemperaturen unter 175 °C (347 °F) sollten nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, wenn extreme Anforderungen an die hohe Härte gestellt werden, da sehr niedrige Wärmebehandlungstemperaturen zu einem sehr spröden Werkstoff führen. Ebenso sollten Wärmebehandlungstemperaturen über 350 °C (662 °F) vermieden werden, da dies zu einer erhöhten Sprödigkeit und einer reduzierten Korrosionsbeständigkeit führen kann. Beachten Sie, dass die Eigenschaften des Messers beeinträchtigt werden, wenn die wärmebehandelte Klinge Temperaturen über der Wärmebehandlungstemperatur ausgesetzt wird (z. B. beim Schleifen).

Eine korrekt durchgeführte Härtung führt zu einer guten Ausgewogenheit zwischen Härte, Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit der fertigen Messerklinge.
Weitere Informationen zur Durchführung des Härtens