Was geschieht während des Härtens und Vergütens des Messerstahls im Werkstoff?

Bei der Austenitisierung werden die Carbide im Messerstahl allmählich aufgelöst und Kohlenstoff und Chrom freigesetzt. Diese können in die Stahlmatrix diffundieren. Dies ermöglicht nach der abgeschlossenen Wärmebehandlung sowohl einen hohen Härtegrad als auch eine gute Korrosionsbeständigkeit.

Wenn sich eine ausreichende Menge an Hartmetallen im Messerstahl gelöst hat, muss dieser Zustand durch schnelles Abkühlen des Stahls (sogenanntes Abschrecken) erhalten bleiben. Beim Abschrecken wird das Gefüge des Stahls von Austenit in Martensit umgewandelt und die Härte steigt durch diese Umwandlung.

Ein Teil des im Messerstahl bei hoher Temperatur vorhandenen Austenits wird beim Abschrecken nicht umgewandelt, sondern verbleibt in Form von Restaustenit im Werkstoff. Das Restaustenit ist eine weiche und zähe Komponente in der Mikrostruktur der fertigen Messerklinge.

Nach dem Abschrecken muss der Messerstahl angelassen werden, um die Zähigkeit des Stahls zu erhöhen.