Chemische Zusammensetzung von Messerstahl

Die chemische Zusammensetzung von Messerstahl muss balanciert, nicht überlegiert, und präzise sein. Es sind enge Spezifikationstoleranzen erforderlich, um eine konsistent hohe Qualität im fertigen Messer sicherzustellen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Elemente in Messerstahl:

Kohlenstoff (C)

Der Hauptfaktor der Härte. Bei einem zu hohen Kohlenstoffanteil wird es für den Werkstoff schwieriger, Martensit zu produzieren; daher ist eine Tiefkühlung erforderlich, um eine hohe Härte zu erzielen. Die Härte steht mit der Menge Kohlenstoff, die in der Stahlmatrix gelöst ist, in Zusammenhang. Da Chrom in Carbiden gebunden wird, senkt Kohlenstoff indirekt die Korrosionsbeständigkeit.

Chrom (Cr)

Der Hauptfaktor der Korrosionsbeständigkeit. Die erzielte Korrosionsbeständigkeit hängt mit der Menge Cr zusammen, die in der Stahlmatrix gelöst ist und steht nicht mit der Nenn-Zusammensetzung in Zusammenhang. Cr ist zudem der Hauptfaktor bei der Carbidbildung.

Molybdän (Mo)

Ist ein Faktor bei der Carbidbildung und hat eine geringe Auswirkung auf Härte und Korrosionsbeständigkeit in martensitischen Edelstahlsorten.

Vanadium (V)

Ein starker Carbidbilder. Vanadiumcarbide sind zudem sehr stabil und lösen sich bei der Wärmebehandlung nicht auf.

Stickstoff (N)

Härtefaktor wie Kohlenstoff, weist jedoch nicht dieselbe negative Auswirkung auf die Korrosionsbeständigkeit auf. Stickstoff wird bei diesen Anwendungen üblicherweise nicht verwendet, da es schwierig ist, bei der konventionellen Stahlproduktion signifikante Stickstoffwerte zu erzielen.

Schwefel (S)

Bildet Sulfideinschlüsse, die einen negativen Einfluss hinsichtlich Lochkorrosion haben.

Mangan (Mn), Phosphor (P) und Silizium (Si)

Diese Elemente leisten keinen signifikanten Beitrag. Die allgemeine Regel ist hier, die Anteile dieser Elemente so niedrig wie möglich zu halten.

Es muss beachtet werden, dass Härte und Korrosionsbeständigkeit mit der Zusammensetzung der Matrix nach dem Härten, nicht der nominellen chemischen Zusammensetzung des Stahls, in Zusammenhang stehen. Verbleibende Mengen dieser Elemente bilden während dem Guß große primäre Carbien und tragen nicht zur Härte oder Korrosionsbeständigkeit des fertigen Messers bei.

Primäre Carbide verspröden das Messer und erschweren im Vergleich zu einem feinkörnigen Stahlmesser mit derselben Härte das Schärfen. Stähle, die große primäre Carbine enthalten, führen zudem zu einem sehr hohen Werkzeugschleiß beim Stanzen und eignen sich daher nicht für dieses Verfahren.